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woche 2

Was für eine Woche. In den letzten Tagen vor meiner Abreise, war es meine größte Angst hier in Kenia krank zu werden, und dass meine Mama dann nicht um mich herum sein würde. Schon allein der Gedanke daran brachte mich fast zum weinen. Woche 2 Am Donnerstag (31.10.) war ich mit Ana in Kihara, dieses Mal sind wir mit dem Matatu hingefahren, weswegen ich eigentlich ganz entspannt dort ankam. Allerdings wurde der Tag immer heißer und wie bereits gesagt, gibt es in Kihara kaum Schatten und die Dächer sind aus Blech, was Hitze an diesem Ort zu etwas unerträglichem macht. Zuallererst sollten wir Mais sortieren. Es ist keine schöne Arbeit, da sich tausende Käfer den Mais zu einem Zuhause machen, aber mit Viechern, dieser Art hab ich ja keinerlei Probleme. Allerdings sitzen Anna und ich die ganze Zeit drinnen, die Hitze und die schlechte Luft verursachen starke Kopfschmerzen bei mir, und ich bin mir vorerst sicher es käme von den beschriebenen Umständen. Da die Hitze auch die Kinder lähmt gibt es recht früh nichts mehr zu tun, weswegen wir beschließen nach Hause zu fahren. Das Matatu in das wir einsteigen ist wieder einmal brechend voll und ich sitze Hüftknochen an Hüftknochen mit zwei Typen, und weiß nicht wohin mit meinen Armen. In dem Moment hoffe ich, sie sind lediglich von dem selben Problem geplagt und haben daher ihre Arme um meinen Oberkörper geschlungen. Bei jedem Huckel in der Straße, drücken unsere Hüften sich mehr aneinander und ich spüre wie meine Haut allmählich wund wird. Als wir endlich Zuhause ankommen stelle ich fest dass meine Hüften leicht blau und wirklich wund sind. Ich stelle mir ins geheim vor wie ich mit Hornhaut auf den Hüften nach Hause zurückkommen werde, wegen Dauerbelastung. Eine eklige Vorstellung. Bei dem Abendessen diskutieren wir darüber welchen Film wir gucken wollen, denn es ist ja schließlich Halloween und daher Zeit für einen Horrorfilm. Kurz schweifen wir vom Thema ab und unterhalten uns über Festivals. Alle am Tisch außer mir, sind sich schnell einig, dass das Hurrican das beste Festival schlechthin ist und ich bin schockiert.. Auf einmal vermisse ich Berlin ganz schrecklich, weil ich niemandem zum Schwärmen über die Fusion habe. Aber dann gehen wir ins Zimmer der Jungen und beginnen den Horrorfilm zugucken. Irgendwie find ich die Situation sehr nett, denn recht lange hab ich nichts mehr in einer Gruppe gemacht. Mara, Maike und Lisa, meine Zimmergenossinnen sind alle über Nacht in Nairobi und so muss ich wohl oder übel nach dem Film der an und für sich gar nicht gruselig war alleine ins Bett und Grusel mich doch ziemlich. In der Nacht wache ich auf. Mir dröhnt der Kopf und es ist laut. Ein Geräusch was ich nicht zuordnen kann hat mich geweckt. Es sind keine Stimmen oder Musik, definitiv nichts was durch einen Menschen verursacht werden könnte. Da das Geräusch sich jedoch nicht verändert schlafe ich wie durch eine Art Schlaflied wieder ein. Freitagfrüh Beschwerden sich am Frühstückstisch alle über den lauten Regen gestern Nacht und mir wird klar, dass das wohl das Geräusch gewesen sein muss. Mittlerweilen ist November und die Regenzeit hat hier begonnen, weswegen das vorerst unbekannte Geräusch, von Regen auf einem Blechdach zu meinem nächtlichen Begleiter der nächsten Tage wird. Da ich die letzte Nacht nicht gut geschlafen hatte und bis hier her jeden Tag im Heim war entscheide ich mich Heute, an diesem grauen Freitag, Zuhause zu bleiben und endlich mal meinen Blogg zu schreiben. Gegen Mittag kommen Mara, Maike und Lisa, die ich bisher noch nicht gesehen habe, nachhause. Auch Lisa ist mir recht sympathisch und ich staune, dass es bis jetzt niemanden hier gibt der mir richtig unsympathisch ist. Fast bin ich schon ein wenig stolz auf mich, denn solch eine Offenheit bin ich von mir selbst nicht gewohnt. Fast den ganzen Tag jedoch arbeite ich an meinem eigenem Scheiß und werde erst, als die anderen wieder aus dem Heim kommen, für kurze Zeit gesellig. Verzweifelt versuche ich Flo, Anna und Franzi Capp beizubringen, scheitere aber kläglich. Und wieder vermisse ich Berlin. Allmählich muss ich mir wohl eigestehen, dass ich nicht all meine gewohnten, liebsten Dinge hier in Kenia durchsetzten kann, sondern mich anpassen muss, denn auch „Arschloch“ scheitert hier kläglich. Leicht frustriert begebe ich mich recht früh ins Bett und lese noch ein wenig. Morgen wollen Anna, Franzi, Flo und ich nach Nairobi und ich bin schon mega gespannt auf das was mich dort erwarten wird. Samstag. (2.11.2013) Nach langem hin und her machen wir uns auf den Weg nach Nairobi. Es ist regnerisch weswegen wir erst einmal ein Shopping Center anstreben. (Für Alle: ich wollte mir lieber die Stadt angucken, aber das hatte nun mal das Wetter nicht zugelassen.) Angekommen werden wir erst einmal von Sicherheitsleuten kontrolliert. Überall steht das Militär in Schussbereitschaft. Gewöhnungsbedürftig wenn man mich fragt. Irgendwie überkommt mich ein mulmiges Gefühl. Quasi direkt gegenüber sieht man den Rest vom Westgate. Ein Schauer überkommt mich, dann zwinge ich mich aber mich zusammen zu reißen. Wir gucken uns ein wenig um, und wollen dann in der obersten Etage etwas essen. Die Wahl der Anderen fällt auf Burger. Ich hätte lieber was frisches, aber finde leider nichts weswegen ich mich ihnen anschließe. Ein Fehler? Wir essen und es schmeckt ok, aber wäre nicht meine erste Wahl gewesen. Danach bummeln wir noch etwas und gehen dann in das Westlichste Café Afrikas. Das Java house. Hier gibt es endlich mal wieder einen Kaffee für mich und ich nehme einen Latte Macciatto auf Eis. Ehrlich gesagt hatte ich ihn mir anders vorgestellt, aber ich genieße ihn dennoch. Komischerweise fühle ich mich nach dem Kaffee unglaublich schlapp und habe das Gefühl meine Füße könnten mich nicht mehr tragen. Wir verlassen das Shopping Center und gehen noch etwas in die Stadt oder haben es zumindest vor. Allerdings müssen wir an einem kleinen Markt von 500 Meter länge vorbei. Wir brauchen fast eine Stunde um ihn zu überwinden, da uns jeder seine Sachen zeigen möchte, natürlich um etwas zu verkaufen oder zumindest gegen etwas unsere Sachen zu tauschen. Sie sind mit einem klein wenig zufrieden. Aber ich reiße mich zusammen, auch wenn die Sachen wirklich alle wunderschön sind, kaufe ich nichts. Beim weitergehen trete ich fast auf eine übernatürlich große Ratte und renne schreiend in die andere Richtung davon. Die Tränen schießen mir in die Augen und mir wird furchtbar übel. Für mich ist es ab da gelaufen. Ich bin komplett müde, mir ist übel, extrem heiß und außerdem müssen wir noch nach Wangige um Wasser zukaufen. Auf der Matatufahrt scherze ich noch „haha nicht dass wir den Mann, Ihn wiedertreffen“. Als wir ankommen entpuppt sich das allerdings als eine Tatsache und ich schwöre mir, niewieder nach Wangige zufahren. In dem Moment bin ich einfach nur froh das Flo dabei ist. Wir gehen in den Supermarkt, als wir rauskommen ist er immer noch da. Auf dem Weg nach Hause verfolgt er uns wieder die ganze Zeit und ich habe nicht mal mehr die Kraft ihn wegzuscheuchen. Auf einmal höre ich jemanden Flo´s Namen rufen, wie sich später herausstellt ein ehemaliges Heimkind und zwei Freunde von ihm. Die drei jungen Kenianer begleiten uns nach Hause und machen unserem Verfolger klar dass er gefälligst stehen zu bleiben hat. Ich unterhalte mich nett mit einem von ihnen und er trägt mir sogar sehr zuvorkommend mein Wasser. Zuhause angekommen bin ich froh endlich wieder hier zu sein. Doch dann geht es abgesehen von Tobi und Tommy, den zwei Jungs die aus dem Massailand wieder da sind, Jana ziemlich schlecht. Erst wird sie von den Meisten nicht ganz ernst genommen, weil sie andauernd irgendwie krank ist, doch dann kippt sie einfach um und sie müssen zum Krankenhaus fahren. Nach dem Essen sitzen wir lachend auf dem Balkon und scherzen von einer ausgebrochenen Seuche. Ich Lache und gehe ins Bett. Mitten in der Nacht wache ich auf. Springe aus meinem Bett und renne zum Klo. Die halbe Nacht lang übergebe ich mich. Erst in den frühen Morgenstunden schaffe ich es mehr als 10 Minuten in meinem Bett liegen zu bleiben. Ich bin kaputt. Mein Körper hat nicht einmal mehr die Kraft die Wasserflasche aufzuschrauben. Ich falle in einen fiebrigen Schlaf und erwache am Morgen zeitgleich mit den Anderen. Erst ist es mir unangenehm zuzugeben, dass nun auch ich krank bin, aber es bleibt mir wohl kaum etwas anderes übrig. Wie der Rest des Sonntags vergeht weiß ich nicht mehr. Als ich wieder erwache ist es bereits dunkel, ich bin schweißgebadet und kann kaum sehen. Ich schleppe mich zur Toilette und wieder beginnt der Spaß von vorne. Ich überlege schon mir meinen Schlafsack zu holen und vor die Toilette zu legen, da wird mir klar dass ich hier nicht das einzige Seuchen befallende Wesen bin. Mit allerletzter Kraft schleppe ich mich wieder zum Bett. Als ich dann Montag morgen aufwache geht es mir deutlich besser. Franzi macht mir eine Suppe und eine Wärmflasche. Meine Sehnsucht nach meiner Mama ist dennoch unglaublich groß und ich überlege schon ob ich, die ganze Sache hier abbrechen soll. Aber insgeheim geht es mir ja schon viel besser und abbrechen will ich auf gar kein Fall. Gegen Mittag kommen Anna und Franzi dann schon wieder aus dem Heim nachhause. Anna ist am kotzen. Na toll denke ich mir, hier bricht wirklich die Seuche aus, ich aber kann das Abendessen wieder essen, auch wenn mein Magen sich anfangs wehrt. Dienstag bricht die Seuche, so scheint es, weiter aus. Ich liege den ganzen tag nur rum und langweile mich halb zu Tode. Ab und an gucke ich aus dem Fenster. Wie immer sind auch an diesem Tag Fundis bei uns. Ich würde ja sagen Fundis sind Handwerker, aber das sind sie nicht. Eigentlich tun sie den ganzen Tag irgendetwas, zwar nie etwas sinnvolles aber immer hin etwas. Meistens ist nachdem sie da waren allerdings mehr kaputt als davor, aber immerhin waren sie da und haben einen unglaublich riesige Portion zum Mittag gegessen. Nun ja ich gucke also aus dem Fenster, wie immer läuft irgendwo Musik. Grade als ich mich frustriert in mein Kissen zurück werfen will, wird die Musik so laut gedreht dass wirklich alles beginnt zu wackeln. Ich verstehe nicht einmal mehr das was Franzi mir mitteilen will, die auf einmal neben meinem Bett steht. Also gucke ich doch weiter aus dem Fenster, es muss ja irgendetwas spannendes passieren wenn die Musik auf einmal so laut gedreht wird. Aber nein. Es passiert nichts und es bleibt dennoch laut. Irgendwann richte ich mich wieder auf und gucke aus dem Fenster. In dem Moment wechselt das Lied, ich sehen nur wie sich die Fundis auf einmal von ihrer Arbeit wegbewegen, was nichts ungewöhnliches ist, aber irgendwie sammeln sie sich im Hof. Verwirrt schüttle ich den Kopf, als die drei Fundis beginnen zu tanzen. Verrückt denke ich mir. Sie lassen ihre Hüften kreisen und schreien und lachen. Nach dem Lied ist aber auf einmal alles wieder ganz normal und ich muss kurz überlegen ob das grade eine Halluzination war. Sonst passiert an diesem scheiß Tag fast nichts mehr. Irgendwann kommen alle wieder und so ist wenigstens alles etwas spannender als am Morgen. Während mir Franzi versucht Doppelkopf beizubringen und ich echt gar nichts verstehe kommt die neuste Seuchen Meldung ins Haus. Mara ist am kotzen. Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll, entscheide mich aber fürs lachen, auch wenn sie mir schrecklich leid tut. Nach dem Abendessen fährt sie zum Arzt, zum Glück, denn dieser stellt doofer Weise fest, dass sie Malaria hat. Mir geht es wieder richtig gut und all den anderen Kranken auch, was den Tot für die Seuche bedeutet. Am Mittwoch reicht es mir. Ich will wieder ins Heim und gehe direkt nach dem Frühstück los. Es ist regnerisch draußen, daher nicht so heiß und dennoch kommt mir der Weg wieder einmal ewig vor. Als wir ankommen und ich durch das Tor trete kommt Moses angerannt und springt mich an. In seinen Augen sehe ich einen Vorwurf und frage ihn, was los ist. Daraufhin fragt er nur, warum ich so lange nicht im Heim war, als ich antworte dass ich krank gewesen bin sagt er, dass es gut ist das ich jetzt wieder gesund bin. Es freut mich auf der einen Seite dass ich vermisst wurde, auf der anderen Seite macht es mich sehr traurig, weil ich weiß dass ich nicht für ewig hier bleiben werde. Bevor ich anfange zu waschen spiele ich kurz mit den Kleinen. Wirbel sie in der Luft herum, trage sie durchs halbe Heim und spiele das Pferdchen für sie. Ihnen danach zu verklickern dass ich jetzt arbeiten muss ist gar nicht so einfach, aber die Arbeit muss ja gemacht werden. Bis zum Mittag wird gewaschen, heute mal in Eimern. Da das Wetter sich gebessert hat ist mir furchtbar heiß und ich bekomme prompt einen Sonnenbrand. Nachdem Mittagessen sehe ich es nicht mehr ein weiterhin zu arbeiten, denn die 5 Mamas, die heute da sind liegen die ganze Zeit nur faul in der Ecke und ich bin nicht hier um ihre Arbeit zu erledigen. Fast eine Stunde mach ich mich für Moses, John und Bobo zum Affen bevor ich komplett außer Atem beginne Kohl kleinzuschneiden, was 2 Stunden dauert. Dann ist auch schon wieder Zeit nach Hause zu gehen und ich falle kaputt ins Bett und schlafe ein. Das einzige was ich nach dem Abendessen noch mache ist euch an meinen Erlebnissen teilhaben zulassen, bevor ich endgültig in einen tiefen Schlaf fallen werde. Woche 2
6.11.13 19:54
 


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