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Tag 3 Samstag, 26.10.2013

Da Wochenende ist könnte ich eigentlich ausschlafen, da es aber nur Frühstück von 8.00 Uhr bis 9.00 Uhr gibt, habe ich schon gestern Abend meinen Wecker auf 8 gestellt, wobei ich fest davon ausgegangen war, dass ich mich dann aus dem Bett quälen muss. Aber als ich Heute aufwache und auf die Uhr schaue ist es 6 Uhr und ich bin hellwach. Ich stehe auf und gehe duschen. Dann leg ich mich wieder ins Bett und lese. Am Frühstückstisch bin ich dann die einzige die hellwach und auf quatschen aus ist. Der Morgen zieht sich ganz schön, weil ich mit Anna erst um 1 los nach Kihara gehen wollte. Als wir dann aber loslaufen bin ich schon wieder müde. Der Weg soll angeblich eine Stunde dauern, was ich nicht ganz glauben kann. Als wir im Heim ankommen, sind wir anderthalb stunden gelaufen und ich bin wieder mal völlig im Arsch. Vor allem muss man sagen, dass der Weg die ganze Zeit an einer geteerten Straße entlangführt, und unglaublich heiß ist. Naja egal, als wir im Heim ankommen stürmen alle Kinder wieder mal auf uns zu und wollen meinen Namen wissen weil ich ja die Neue hier bin. Die Kinder sind hier so unglaublich offen und interessiert. Als ich meinen Rucksack im Office ablege fällt mir ein dass ich ja auch einige Pflaster dabei habe und will sie Schoscho, was übersetzt Oma heißt, bringen. Schoscho ist wirklich schon sehr alt aber total herzlich, sie nimmt mich direkt in den Arm und küsst mich und lacht so sehr dass mir gleich die Tränen in die Augen schießen weil ich so viel Herzlichkeit nicht erwartet hatte. Zwar muss ich auch zugeben, dass ich schon fast 100 mal kurz vor dem Weinen war, aber nur weil die Kinder einfach so unglaublich sind und mich total beeindrucken. Nun ja auf jeden Fall will ich Schoscho grad die Pflaster geben, als einer der Jungen sich über dem Auge verletzt und alles voller Blut ist. Ich renne sofort hin, er weint. Ich will ihn trösten und ihm helfen, aber die Kinder halten mich zurück, denn ihnen ist bewusst was ich längst vergessen hatte, die meisten von ihnen haben Hiv. Etwas verstört gehe ich zurück zu Schoscho die seelenruhig dasitzt. Irgendwie komme ich mit der Situation nicht ganz klar und gehe dann doch lieber rein. Zehn Minuten später springt der Junge schon wieder rum, mit einem riesigen Pflaster um den Kopf, und ich frage mich was dass bitte für eine komisch Angelegenheit war. Grad als ich Schoscho die Pflaster geben will verletzt sich jemand. Ich sortiere Linsen und dann gibt es Essen. Das Heim in Kihara hat nur blech Dächer, weswegen es furchtbar, fast unerträglich heiß drinnen ist. Draußen suche ich nach Schatten, finde jedoch leider keinen. Kurz bin ich verzweifelt, weil mir wirklich unglaublich heiß ist, doch dann fällt mir ein, dass in beiden Heimen immer irgendwo Wäsche hängt, als ich die Wäscheleine dann gefunden habe, auf der sogar nasse Wäsche hängt setzte ich mich drunter und alles ist wieder in Ordnung. Schnell setzten sich einige Kinder zu mir. Auch einer von den älteren Jungen. Wir unterhalten uns, plötzlich entdecke ich ein Tattoo auf seinem Arm und frage ohne nachzudenken danach. Er verzieht das Gesicht und verdeckt den Arm. Ich checke die Situation gar nicht und denke erst er hat es sich stechen lassen weil er es gut findet und verdeckt es weil das im Heim nicht erlaubt ist. Daher stichel ich ein wenig, doch schnell wird mir bewusst dass ich grad richtige Scheiße gebaut habe. Und rede von etwas Anderem. Er jedoch erzählt mir dennoch, dass es ihm mit sieben Jahren gestochen wurde und er es sehr schrecklich findet und ihn immer wieder an etwas erinnert woran er nie wieder denken will. In dem Moment wird mir ganz anders. Einen sieben Jährigen Jungen zu tattoowieren? Wer macht so was und warum? Vielleicht stellt es eine Art Brandmarke da oder sonst etwas. Ich weiß es nicht und meine Stichelei tut mir fürchterlich leid, aber ich habe keine Chance mehr mich bei ihm zu entschuldigen, weil 4 von den kleineren Kindern angerannt kommen und UnoUno spielen wollen. Nach 10 Minuten spielen merke ich jedoch, dass man hier nach keinerlei Regeln spielt und mir wird es irgendwie zu blöd und zu anstrengend weil die Kinder so aufgeregt sind, dass sie nur noch rumschreien. Als ich aufstehe um Kurz nach den anderen Freiwilligen zu gucken werde ich aufgefordert den Abwasch zu machen. Ich denke mir, na gut ich kann dass ja jetzt schon und gehe in die Küche. Schon in der nächsten Sekunde denke ich mir jedoch, Ronja wie dumm kannst du sein? Seid wann gibt es hier eine Spüle? , also gehe ich wieder raus und suche einen Wasserhahn, den es nämlich in Gathiga sehr wohl gibt. Ich finde jedoch nur einen Brunnen und so beginne ich bestimmt fünf Mal den leeren Eimer hinunter zu werfen und voll wieder hoch zu kurbeln. Das Abwaschen an und für sich stellt dann aber wirklich kein Problem mehr dar, und danach ist es dann auch schon wieder Zeit nach hause zu gehen. Dummerweise ist es schon recht Spät geworden und wir merken alle dass es nicht mehr lange dauern wird bis es dunkel ist, daher müssen wir uns beeilen auf die große Straße zu kommen und mit dem Matatu fahren. Allerdings kommt aus welchen Gründen auch immer kaum eines vorbei und die, die vorbei kommen sind alle mega voll, was wir uns irgendwie nicht antun wollen. Schlussendlich bleibt uns jedoch nichts anderes übrig und so stehe ich im Matatu, wobei man meine Körperhaltung eigentlich nun wirklich nicht Stehend nennen kann. Mein Arsch ist gegen eine Scheibe gepresst, mit dem Bauch hänge ich auf dem Kopf von einem Kenianer fest und mein Kopf steckt im gepolsterten Dach. Mann muss sagen, eine Erfahrung für sich! Es ist schon dunkel als wir nach Hause kommen, aber Lucy ist zum Glück noch nicht zu Hause, weswegen wir grad nochmal so davon kommen. Wäre sie zuhause hätte es gut sein können dass wir ziemlichen Ärger bekommen hätten, aber wir haben Glück gehabt! Ich gehe in mein Zimmer und will kurz ins Internet, als es klopft und eine mir unbekannte Stimme fragt: „Jemand nackt?“ etwas verunsichert antworte ich wahrheitsgemäß: „nein“ und Thomas kommt rein. Eigentlich wusste ich dass heute drei Freiwillige aus dem Massai Land zu Besuch kommen, aber irgendwie hatte ich es vergessen und erschrecke mich ein wenig, als sie auf einmal da sind. Für diesen Abend waren wir dann also 8 Leute und ich saß nach dem Essen noch ein wenig mit ihnen auf dem Balkon bevor ich wieder einmal vollkommen im Eimer ins Bett gehe und schlafe wie ein Stein. Tag 3
1.11.13 14:24
 


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