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Tag 2 Freitag, 25. Oktober

Heute hab ich leicht verschlafen, daher schaffe ich es nicht vor dem Frühstück zu duschen. Völlig verschlafen tappe ich nach unten, setzte mich an den Tisch und trinke meinen Chai. Dann werfe ich zwei Toast in die Schlange zum toasten und bin völlig in meinen Gedanken versunken. Es ist halb Neun. Um Neun wollen wir los nach Gathiga, ins heim. Also esse ich schnell um noch duschen zu können. Heute gehen wir nur zu zweit los, weil vier Freiwillige im Massai Land sind und andere Vier im Regenwald. In Gathiga angekommen, bin ich schon vollkommen fertig, da ich mich noch nicht an den Weg gewöhnt habe. Aber die Arbeit muss ja gemacht werden. Als Anna und ich grad Wasser holen wollen kommt Moses, er ist erst 4 jahre alt angerannt und sagt: „Wash me!“ Ich verstehe nicht ganz was er will, weil er das Englisch so komisch ausspricht, aber das machen hier alle so. Eine der Mamas erklärt uns dann aber dass die drei Kleinen, Moses, John und Bobo von uns gewaschen werden wollen und dass wir hierfür die Schubkarre mit Wasser füllen sollen. Die Kleinen freuen sich riesig als wir die Wanne füllen und zappeln herum. Zuerst müssen wir ihnen die Haare waschen. Das Wasser was an ihren Körpern herabläuft ist so schmutzig, dass ich kaum glauben kann das man den Kleinen den schmutz nicht angesehen hat. Auf einmal springen sie alle in die Schubkarre voller Wasser und lachen und spielen. Nach 5 Minuten müssen sie aber raus, weil wir ja noch so viel anderes zu tun haben. Wieder willig lassen sie sich aus der Schubkarre heben, und prompt kleben 3 klitschnasse Kinder an Ana und mir. Wir tragen sie in einen Raum, der voller Kleiderberge ist, stellen sie auf einer kleine Decke ab um sie abzutrocknen. Handtücher gibt es hier allerdings keine und daher müssen wir wohl oder übel auf eine der Mamas hören, die uns dreckige Klamotten hinhält. Ich frage mich kurz ob ich was sagen soll, denn es erscheint mir ziemlich unlogisch ein sauberes Kind mit den dreckigen, staubigen Klamotten abzutrocknen, entscheide mich dann aber doch es sein zulassen. Die Kleinen sollen noch mit Vaseline eingecremt werden, was sich ganz schön schwierig gestaltet, da sie vom baden so aufgeregt sind. Moses klammert sich die ganze Zeit an mich und klettert auf mir herum. Ich versuche ihm so viel Aufmerksamkeit zu geben wie ich kann während dessen ich versuche John anzuziehen, aber es reicht moses nicht und irgendwie kommt John dabei auch zu kurz. Ich habe weder John noch Moses irgendetwas angezogen, als Anna schon mit Bobo fertig ist und ich komme mir ganz schön blöd vor. Zum Glück übernimmt Anna John sodass ich nur noch Moses anziehen muss. Leider möchte Moses viel lieber nackig auf mir rumklettern und quatsch machen als sich anziehen zulassen und so kommt es, dass ich es auch nach zehn Minuten nicht geschafft habe Moses etwas anzuziehen. Ich merke selbst wie ich langsam aber sicher genervt werde und etwas ruppiger werde, aber ihm macht das nichts, solange er Baby spielen kann. Als ich es endlich geschafft habe ihn anzuziehen und ihn irgendwie abzuschütteln ist Wäsche waschen angesagt. Es gibt drei Becken, die zum Glück überdacht sind, und so im Schatten liegen, allerdings keinen Wasseranschluss haben, sodass wir erst einmal welches holen müssen. Im ersten Becken wird die Wäsche dann in einer Seifen Lauge eigeweicht und anschließend mit einer bürste und den Händen vom Dreck befreit. Dann wird sie ausgewrungen und kommt ins zweite Becken, welches lediglich mit klarem Wasser gefüllt ist. Die Wäsche soll hier einigermaßen von Seife befreit werden, bevor sie dann schlussendlich in das dritte Wasserbecken kommt wo die letzten Seifen Reste entfernt werden sollen. Rundum braucht man für ein Kleidungsstück locker 10 Minuten, sodass die Stunden nur so dahin fließen, auch wenn wir mittlerweilen zu Dritt sind. Erschöpft setzten wir uns danach ans Haus, wo schon die nächste Aufgabe auf uns wartet und zwar Bohnen sortieren. An und für sich keine anstrengende Arbeit, die aber dennoch auf den rücken geht, da man sie im sitzen erledigt. Danach gibt es Mittagessen. Reis mit den Resten von gestern. Das essen schmeckt nicht nach viel, macht aber satt, und ich muss sagen, dass ich ganz schönen Hunger habe. Da Freitag ist kommen die Kinder Heute früher von der Schule und so wird es recht schnell recht voll und laut im Heim. Wir müssen allerdings noch den Garten wässern, ernten und Unkraut jäten bevor wir uns mit ihnen beschäftigen können. Im Garten gibt es keinen Schatten daher ist es ziemlich heiß, da hier aber bald der Regenmonat November anfängt, weht wenigstens ein wenig Wind. Ich jäte das Unkraut, damit die halb verhungerte Kuh wenigstens etwas zum Essen bekommt, während Mara eine Art Grünkohl erntet und Anna den Garten bewässert. Danach denke ich schon wir hätten es geschafft für heute, aber der „Grünkohl“ muss noch gewaschen und geschnitten werden. Hierfür nimmt man so viele Blätter wie möglich in die eine Hand und schneidert mit dem total stumpfen Messer, in der anderen Hand feine Scheiben von dem Strauß. (hört sich einfacher an als es ist) Nachdem wir auch das erledigt haben, bleibt leider nicht mehr viel Zeit und so kommen wir nur noch dazu ein Fangenspiel mit den Kindern zu spielen bevor wir gehen müssen. Anna und Mara wollen noch nach Wangige einkaufen und so heißt es, das erste Mal für mich den Weg nach Hause alleine zu finden, zwar nur ab der Hälfte, aber dennoch stellt es mich vor eine Herausforderung. Aber ich finde den Weg und falle wieder einmal vollkommen erschöpft auf mein Bett. Als ich dann jedoch aufstehe um zur Toilette zu gehen, ist es natürlich schon dunkel, ich drücke auf den Lichtschalter, aber wir haben Stromausfall. Und ich weiß natürlich nicht wo ich meine Taschenlampe hingesteckt habe, also bleibe ich liegen, da ich keinen Genickbruch riskieren möchte und warte mit dem Pipi machen bis der Strom wieder geht, was so eine Stunde später der Fall ist. Nach dem Abendessen bin ich etwas niedergeschlagen. Ich hab schon so viel erlebt und hier ist keiner dem ich es erzählen kann, weil die, die hier sind ja genau das Selbe jeden tag erleben, daher schlaf ich vom Heimweh gepackt ein. Tag 2
1.11.13 14:23
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(8.2.14 18:47)
sehr ehrlich und anschaulich und überaus interessant!!

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