Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback
   8.11.13 15:56
    Liebste Ronja! :) Ich bi
   8.02.14 18:47
    sehr ehrlich und anschau

http://myblog.de/tage128

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Tag 4 Sonntag, 27.10.2013

Schon wieder wache ich voll früh auf, und frage mich wie bitte aus mir ein Frühaufsteher werden konnte!? Und dann bin ich auch noch motiviert etwas zu machen. Passt auf meine Lieben wenn ich wieder da bin scheuche ich euch nur noch durch die Gegend und U-bahn wird nicht mehr gefahren! (Ich glaub es selbst nicht) Naja auf jeden Fall gehe ich runter um zu gucken ob es schon Frühstückt gibt, denn in meinem Kaos Bett habe ich mein Handy nicht gefunden so dass ich keine Ahnung haben wie spät es ist. Kaum unten angekommen erschrecke ich mich, weil ich schon wieder vergessen hatte dass die drei Freiwilligen aus dem Massai Land da sind. Aber der Schreck ist schnell überwunden. Nach dem Frühstück setzten wir uns alle auf den Balkon und quatschen und hängen die Wäscheleinen um weil sie nicht parallel sind. Und vor allem weil es zu wenige sind. Mara hatte mir erzählt dass sie Sonntags ganz gern nach Gathiga geht um mit den Kindern einen Film zugucken, und ich hab mir überlegt mitzugehen. Also packen wir gegen 3 Uhr 2 Laptops und zwei Filme ein und laufen wieder einmal nach Gathiga. Die Kinder waren heute alle in der Kirche bis 14.00 Uhr, weswegen wir erst so spät kommen. Kaum sind wir durchs Tor rennen Alle auf uns zu. Drei, Vier Kinder versuchen einen gleichzeitig anzuspringen und einem Hallo zusagen. Ich bin mal wieder komplett überwältigt, weil sie sich so sehr freuen! Zwar hatten wir Karate Kid und Eclipse mitgebracht, aber irgendwie wollen dann doch alle Kinder lieber Karate Kid gucken. Vor diesem Sonntag hätte ich jedem der mir erzählen wollte er will mit 50 Kindern einen Film auf einem Laptop gucken, einen Vogel gezeigt. Aber es klappt. Ich denke zwar in Deutschland mit Deutschen Kindern wäre es nicht möglich gewesen, aber hier geht so etwas. Und sehr schnell stelle ich fest, dass man mit den Heimkindern nicht einfach so einen Film guckt. Sie Fiebern so sehr mit, jubeln wenn die Hauptperson etwas gewinnt, lachen sich schlapp wenn etwas schief geht und zucken zusammen wenn etwas unerwartetes passiert. Als am Ende natürlich alles gut ausgeht bricht kompletter Jubel aus und die Kinder springen auf und klatschen und fallen sich in die Arme. Dass zu sehen und mitzuerleben hat mich auf eine Art bewegt die ich gar nicht erklären kann. Irgendwie fand ich es super schön dass die Kinder sich über so etwas so freuen können, auf der anderen Seite war ich aber auch traurig, dass ich es nicht kann. Dennoch war es wieder mal eine schöne Erfahrung. Nach dem Film müssen wir aber sofort los, weil wir schon wieder zu spät sind und es bereit dämmert. Wir rennen quasi den Weg nach hause und schaffen es da zu sein bevor es stock dunkel ist. Nach dem Essen will ich ins Internet und Skype, davon abgesehen, dass die Skype Verabredung nicht geklappt hatsind danach meine Kredits komplett alle, was an gar nicht sein kann. Zwar war mir schon auf gefallen, dass ich seid dem ich die Safaricom sim Karte habe immer komische Sms bekommen in denen so ein scheiß steht wie: „luv is not just about finding a right partner, it is also about being a good one. The right partner ist waiting! CALL!“, hatte mir aber anfangs nicht mehr dazu gedacht. Auf jeden Fall sind nach 3 Tagen 1500 Schilling weg, was mich ärgert, weil bei all den anderen diese summe für 8 Wochen reicht. Vor allem weil ich ja nicht mal geskyped oder sonst was gemacht habe. Ich entscheide mich also mir morgen eine neue Simkarte zu kaufen, und hoffe, dass es dann besser klappt. Man wird sehen! Leicht frustriert gehe ich ins Bett und lese... Tag 4
1.11.13 14:25


Werbung


Tag 3 Samstag, 26.10.2013

Da Wochenende ist könnte ich eigentlich ausschlafen, da es aber nur Frühstück von 8.00 Uhr bis 9.00 Uhr gibt, habe ich schon gestern Abend meinen Wecker auf 8 gestellt, wobei ich fest davon ausgegangen war, dass ich mich dann aus dem Bett quälen muss. Aber als ich Heute aufwache und auf die Uhr schaue ist es 6 Uhr und ich bin hellwach. Ich stehe auf und gehe duschen. Dann leg ich mich wieder ins Bett und lese. Am Frühstückstisch bin ich dann die einzige die hellwach und auf quatschen aus ist. Der Morgen zieht sich ganz schön, weil ich mit Anna erst um 1 los nach Kihara gehen wollte. Als wir dann aber loslaufen bin ich schon wieder müde. Der Weg soll angeblich eine Stunde dauern, was ich nicht ganz glauben kann. Als wir im Heim ankommen, sind wir anderthalb stunden gelaufen und ich bin wieder mal völlig im Arsch. Vor allem muss man sagen, dass der Weg die ganze Zeit an einer geteerten Straße entlangführt, und unglaublich heiß ist. Naja egal, als wir im Heim ankommen stürmen alle Kinder wieder mal auf uns zu und wollen meinen Namen wissen weil ich ja die Neue hier bin. Die Kinder sind hier so unglaublich offen und interessiert. Als ich meinen Rucksack im Office ablege fällt mir ein dass ich ja auch einige Pflaster dabei habe und will sie Schoscho, was übersetzt Oma heißt, bringen. Schoscho ist wirklich schon sehr alt aber total herzlich, sie nimmt mich direkt in den Arm und küsst mich und lacht so sehr dass mir gleich die Tränen in die Augen schießen weil ich so viel Herzlichkeit nicht erwartet hatte. Zwar muss ich auch zugeben, dass ich schon fast 100 mal kurz vor dem Weinen war, aber nur weil die Kinder einfach so unglaublich sind und mich total beeindrucken. Nun ja auf jeden Fall will ich Schoscho grad die Pflaster geben, als einer der Jungen sich über dem Auge verletzt und alles voller Blut ist. Ich renne sofort hin, er weint. Ich will ihn trösten und ihm helfen, aber die Kinder halten mich zurück, denn ihnen ist bewusst was ich längst vergessen hatte, die meisten von ihnen haben Hiv. Etwas verstört gehe ich zurück zu Schoscho die seelenruhig dasitzt. Irgendwie komme ich mit der Situation nicht ganz klar und gehe dann doch lieber rein. Zehn Minuten später springt der Junge schon wieder rum, mit einem riesigen Pflaster um den Kopf, und ich frage mich was dass bitte für eine komisch Angelegenheit war. Grad als ich Schoscho die Pflaster geben will verletzt sich jemand. Ich sortiere Linsen und dann gibt es Essen. Das Heim in Kihara hat nur blech Dächer, weswegen es furchtbar, fast unerträglich heiß drinnen ist. Draußen suche ich nach Schatten, finde jedoch leider keinen. Kurz bin ich verzweifelt, weil mir wirklich unglaublich heiß ist, doch dann fällt mir ein, dass in beiden Heimen immer irgendwo Wäsche hängt, als ich die Wäscheleine dann gefunden habe, auf der sogar nasse Wäsche hängt setzte ich mich drunter und alles ist wieder in Ordnung. Schnell setzten sich einige Kinder zu mir. Auch einer von den älteren Jungen. Wir unterhalten uns, plötzlich entdecke ich ein Tattoo auf seinem Arm und frage ohne nachzudenken danach. Er verzieht das Gesicht und verdeckt den Arm. Ich checke die Situation gar nicht und denke erst er hat es sich stechen lassen weil er es gut findet und verdeckt es weil das im Heim nicht erlaubt ist. Daher stichel ich ein wenig, doch schnell wird mir bewusst dass ich grad richtige Scheiße gebaut habe. Und rede von etwas Anderem. Er jedoch erzählt mir dennoch, dass es ihm mit sieben Jahren gestochen wurde und er es sehr schrecklich findet und ihn immer wieder an etwas erinnert woran er nie wieder denken will. In dem Moment wird mir ganz anders. Einen sieben Jährigen Jungen zu tattoowieren? Wer macht so was und warum? Vielleicht stellt es eine Art Brandmarke da oder sonst etwas. Ich weiß es nicht und meine Stichelei tut mir fürchterlich leid, aber ich habe keine Chance mehr mich bei ihm zu entschuldigen, weil 4 von den kleineren Kindern angerannt kommen und UnoUno spielen wollen. Nach 10 Minuten spielen merke ich jedoch, dass man hier nach keinerlei Regeln spielt und mir wird es irgendwie zu blöd und zu anstrengend weil die Kinder so aufgeregt sind, dass sie nur noch rumschreien. Als ich aufstehe um Kurz nach den anderen Freiwilligen zu gucken werde ich aufgefordert den Abwasch zu machen. Ich denke mir, na gut ich kann dass ja jetzt schon und gehe in die Küche. Schon in der nächsten Sekunde denke ich mir jedoch, Ronja wie dumm kannst du sein? Seid wann gibt es hier eine Spüle? , also gehe ich wieder raus und suche einen Wasserhahn, den es nämlich in Gathiga sehr wohl gibt. Ich finde jedoch nur einen Brunnen und so beginne ich bestimmt fünf Mal den leeren Eimer hinunter zu werfen und voll wieder hoch zu kurbeln. Das Abwaschen an und für sich stellt dann aber wirklich kein Problem mehr dar, und danach ist es dann auch schon wieder Zeit nach hause zu gehen. Dummerweise ist es schon recht Spät geworden und wir merken alle dass es nicht mehr lange dauern wird bis es dunkel ist, daher müssen wir uns beeilen auf die große Straße zu kommen und mit dem Matatu fahren. Allerdings kommt aus welchen Gründen auch immer kaum eines vorbei und die, die vorbei kommen sind alle mega voll, was wir uns irgendwie nicht antun wollen. Schlussendlich bleibt uns jedoch nichts anderes übrig und so stehe ich im Matatu, wobei man meine Körperhaltung eigentlich nun wirklich nicht Stehend nennen kann. Mein Arsch ist gegen eine Scheibe gepresst, mit dem Bauch hänge ich auf dem Kopf von einem Kenianer fest und mein Kopf steckt im gepolsterten Dach. Mann muss sagen, eine Erfahrung für sich! Es ist schon dunkel als wir nach Hause kommen, aber Lucy ist zum Glück noch nicht zu Hause, weswegen wir grad nochmal so davon kommen. Wäre sie zuhause hätte es gut sein können dass wir ziemlichen Ärger bekommen hätten, aber wir haben Glück gehabt! Ich gehe in mein Zimmer und will kurz ins Internet, als es klopft und eine mir unbekannte Stimme fragt: „Jemand nackt?“ etwas verunsichert antworte ich wahrheitsgemäß: „nein“ und Thomas kommt rein. Eigentlich wusste ich dass heute drei Freiwillige aus dem Massai Land zu Besuch kommen, aber irgendwie hatte ich es vergessen und erschrecke mich ein wenig, als sie auf einmal da sind. Für diesen Abend waren wir dann also 8 Leute und ich saß nach dem Essen noch ein wenig mit ihnen auf dem Balkon bevor ich wieder einmal vollkommen im Eimer ins Bett gehe und schlafe wie ein Stein. Tag 3
1.11.13 14:24


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung